Sie haben sich an Ihr Auto gewöhnt. Sie fahren regelmäßig einmal im Jahr in Urlaub. Sie sind im Sport- oder Fitnessclub angemeldet. Heute sind diese Dinge für Sie möglicherweise selbstverständlich. Doch was, wenn die gesetzliche Rente im Alter dafür nicht mehr ausreicht? Wollen Sie auf all dies verzichten? Wenn nicht, sollten Sie jetzt den ersten Schritt zum systematischen Aufbau Ihrer Altersvorsorge tun. Je früher, desto besser.
In der heutigen Zeit muss davon ausgegangen werden, dass die gesetzliche Rente nur zwischen 50-75% des letzten Monatseinkommens abdeckt. Dementsprechend sollten alle Personen vorsorgen, denen diese drohende Versorgungslücke einen Strich durch die Rechnung machen könnte. So ist man dann im Alter nicht gezwungen, seine Ansprüche zurück zu schrauben, sondern kann wie gewohnt mit einer dem letzten Monatslohn entsprechenden Rente auskommen.
Auch eine Altersgrenze, ab wann man etwas für die Altersvorsorge tun sollte, gibt es nicht. Hier gilt die Regel: „Je früher man mit der Altersvorsorge beginnt, desto höher sind die daraus resultierenden Erträge und die später gezahlte Rente“. Ebenso sollten auch ältere Personen nicht davor zurückschrecken, eine Altersvorsorge abzuschließen, da staatliche Förderungen auch im höheren Alter noch gewährt werden und für eine stattliche Rendite sorgen.
Der Betrag, der jeden Monat für eine Altersvorsorge aufgewendet werden muss, ist von Anleger zu Anleger höchst unterschiedlich, da dies vor allem vom Einkommen abhängig ist. Dementsprechend ist es auch nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, wie viel Geld pro Monat aufgewendet werden sollte. Um nun herauszufinden, welcher Betrag für eine Altersvorsorge ideal wäre, sollte man vor allem die zu erwartende Rente vom Monatslohn abziehen. Aus der daraus resultierenden Differenz kann man erkennen, wie viel Geld eine Rente einbringen muss, um seinen Lebensstandard zu halten.
Bei der Wahl einer angemessenen Sparrate sollte man aber auch daran denken, dass diese erst einmal eine Belastung darstellt. Daher sollte man immer Bedenken, dass alle anfallenden Ausgaben auch mit den Kosten für eine Altersvorsorge gedeckt sein sollten. Im Zweifelsfall hilft auch ein Gespräch mit einem Berater der Versicherung, welcher dann auf die individuelle Situation eingehen kann.
Ob man nun für die Altersvorsorge eine monatliche Rente, oder eine Immobilie anstrebt, ist zuerst jedem selbst überlassen. Allerdings hilft vielen zukünftigen Anlegern ein Blick in den lokalen Mietspiegel, aus dem hervorgeht, wie hoch die spätere Miete einmal sein könnte. Dementsprechend sollten sich Personen, die in einer Region leben, in denen hohe Mieten vorherrschend sind, eher für den Kauf einer Immobilie entscheiden, als Personen, die in Regionen leben, in denen die Mieten eher gering sind.
Strebt man hingegen eine vollkommen unabhängige und sorgenfreie Zukunft an, so sollte darüber nachgedacht werden, ob sowohl eine Immobilienfinanzierung, als auch die Kosten für eine Rente getragen werden können. Geeignete Möglichkeiten, um einen möglichst hohen Standard im Alter zu erreichen, wären beispielsweise Bausparverträge oder Riesterrenten, die mit begehrten staatlichen Förderungen verbunden sind.
Das besonderer an einer klassischen Riester-Rente ist vor allem die meist von allen Anbietern garantierte Mindestverzinsung in Höhe von 2,25% per annum. Diese kann selbstverständlich auch nach oben korrigiert werden, sofern dies auf Basis der Referenzzinssätze vorgesehen ist. Die Gewinnbeteiligung, die in Verbindung mit den Riesterrenten geboten wird, wird hingegen nur gezahlt, wenn das versichernde Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, dessen Höhe die die Zahlung einer Gewinnbeteiligung vorsieht. Wie dem nachgekommen wird, ist allerdings von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich.
*Ziehen Sie bitte vom Gewinn/Ergebnis ca. 2% für die Inflationsrate ab.
Beispiel Sparbuch
Gewinn= Zinsen 2% minus 2% Inflationsrate ergibt eine Rendite von 0%. Nach 30 Jahren haben sich zwar Zinsen angesammelt, aber Ihre Einlage mit Gewinn ist nur soviel Wert wie zu Sparbeginn!
Verdeutlichung anhand von Zahlen. Unterstellte Annahme, 100 € monatliches regelmäßiges sparen. |
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Anlageform: |
Zinsen |
Ergebnis € |
Gewinn €* |
| Sparbuch | 2,o % | 49.209,08 | 5.424,11 |
| Festgeld | 3,1 % | 58.998,73 | 22.998,73 |
| Bausparen | 4,0 % | 68.760,13 | 32.760,13 |
| Rentensversicherung | 5,0 % | 81.885,88 | 45.885,88 |
| Investmentfonds | 10,0 % | 208.084,94 | 172.084,94 |
| Premium Fonds | 12,0 % | 308.423,17 | 272.423,17 |
FAZIT
Sparbuch, Festgeld und Bausparverträge eignen sich nicht für die Altersvorsorge
Die Voraussetzungen der Standardrente (45 Versicherungsjahre stets mit Durchschnittseinkommen) erfüllen jedoch schon heute wenig Arbeitnehmer. In Zukunft werden solche Erwerbsbiografien noch seltener. Aussagekräftiger sind andere Zahlen:
So betragen die empirischen Lohnersatzquoten aus der gesetzlichen Rentenversicherung der heute 61- bis 66-jährigen Rentner knapp 60 Prozent des letzten Nettolohns. Bei den nicht Haupteinkommensbeziehern - zumeist Frauen - liegt die Ersatzquote noch weit niedriger.
Durch die demographische Schieflage verringert sich das Versorgungsniveau der Umlagerente für die jüngeren Jahrgänge. Es fällt von 60 auf 37 Prozent (Vergleich Durchschnittsverdiener der Jahrgänge 1945 und 1985).
Mit 45 Versicherungsjahren (kommen weniger Jahre zustande verringert sich die Rente weiter!)
Jahrgang |
Geringverdiener |
Durchschnittsverdiener (2.045,17 EUR) letztes Nettoeinkommen |
1945 |
65% - 830,85 € |
60% - 1.227,10 € |
1955 |
59% - 754,16 € |
54% - 1.104,39 € |
1965 |
48% - 613,55 € |
44% - 899,87 € |
1975 |
41% - 524,07 € |
38% - 777,16 € |
1985 |
40% - 511,29 € |
37% - 756,71 € |
Keine Gewähr für Richtigkeit
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